Fernmeldezeugamt, Heusenstamm

Offener städtebaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb transformation vom Fernmeldezeugamt zur Nachbarschaft.

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit:
SPOT architektur + stadt
mesh landschaftsarchitekten

Wettbewerb 2025

 

Plangebiet: ca. 8,6 ha

Wohneinheiten: ca. 560

Verbindung

Das neue Quartier wendet sich einerseits den unmittelbar angrenzenden Wohnbauflächen im Norden und der mit Schulen und caritativen Einrichtungen dort verorteten sozialen Infrastruktur zu. Andererseits schafft die als grünes Parkband transformierte ehemalige Bahntrasse im Süden unter Einbeziehung ihres weiteren Verlaufs eine hervorragende Verbindung auf Nahmobilitätsebene zum Ortskern im Nordosten einschl. Bahnhof. Das grüne Parkband ist Transit- und Aufenhaltsraum zugleich. Die Bepflanzung reagiert auf die Umgebung und ist dort dichter, wo man sich einen Puffer zur pragmatischen Gewerbebebauung im Süden wünscht. Die nördlich angrenzenden Höfe geben sich zum Parkband geschlossen und bilden darüber einen lärmschützenden Rücken gegenüber dem emmitierenden Gewerbe aus.

 

Struktur

Die bauliche Struktur des Quartiers zeichnet sich insgesamt jedoch durch eine hohe Durchlässigkeit aus, deren Grundelement ein Gemeinschaft förderndes Hofmotiv ist. Die Höfe sind individuell geschnitten und reagieren in der Größe, Proportion und Ausrichtung auf ihre Umgebung, sodass im Verbund ein gewisses Spiel durch das leichte Versetzen bzw. Verkanten entsteht und sich vielfältige Blickwinkel und Durchblicke ergeben. Die Mischung der verschiedenen Wohn- und, Eigentumsformen einschl. Finanzierungsmodelle erfolgt innerhalb der Höfe, womit eine soziale Segregation vermieden werden kann. Durch die Gemeinschaftsgärten im Innenbereich formulieren sich auf selbstverständliche Weise Nachbarschaften. Die Häuser erhalten nach Möglichkeit zwei Eingänge, bzw. verfügen immer über einen Zugang vom Hof, der an verschiedenen Stellen die Haupterschließung bildet.

 

Urbanität

Im Zentralbereich bildet ein Platzband das urbane Herz des Quartiers. An den Knotenpunkten unterstützen aktivierte Erdgeschosszonen mit kleinteiligem Gewerbe oder gemeinwohlorientierten Einrichtungen den Anspruch und Wunsch nach Durchmischung. Das Platzband ist wie das Parkband eine Nahmobilitätsachse, wobei Abschnitte im Sinne eines Mischprofils (Shared Space) mit Schrittgeschwindigkeit befahrbar sind. Das neue Quartier zeichnet sich mit 3 bis 5 Geschossen durch eine wohldosierte Urbanität aus, welche die Komponenten Freiraumbezugbezug, Gemeinschaft, typologische Vielfalt, Adressbildung und Vernetzung miteinander verknüpft und hieraus eine unverwechselbare Identität entwickelt.

 

Mobilität

Ausgehend von der Heinrich-von Stephan-Straße ergeben sich für den MIV zwei Erschließungsschleifen im Mischprofil in das Quartier. Mit der Zielsetzung eines autoarmen Quartiers erfolgt die Organisation des ruhenden Verkehrs in gebündelter Form in Randlage. Im Norden werden daher unmittelbar an der Heinrich-von -Stephan-Straße zwei Quartiersgaragen angeboten. Diese nehmen bis auf wenige Kurzzeitstellplätze den gesamten ruhenden Verkehr für das Gelände des ehemaligen Fernmeldezeugamtes auf. Die Grundstücke östlich der Thurn- und-Taxis-Straße sowie die gewerblich geprägten Flächen an der Industriestraße erhalten Tiefgaragen. Die Thurn- und Taxis-Straße wird im nördlichen Bereich Teil der westlichen Erschließungsschleife und im südlichen Teil von der Ernst-Leitz-Straße und Industriestraße abgebunden, sodass die Durchbindung lediglich Fußgehenden und Radfahrenden vorbehalten ist. Neben der Busanbindung setzt das Verkehrskonzept auf ein feinmaschiges Nahmobilitätsnetz im Quartier. Flächen für Räder und Lastenräder befinden sich vor den Gebäuden sowie über eigene Fahrradrampen erreichbar im Untergeschoss. Die Aufstellflächen der Feuerwehr liegen konsequent auf der Außenseite der Höfe, sodass die Innenbereiche der Höfe nicht befahren werden müssen.

 

Freiraum

Die Freiräume des neuen Quartiers sind durch zwei kontrastierende Freiraumbänder in West-Ost-Richtung gekennzeichnet. Das zentrale Platzband soll als lebendiger und kommunikativer Ort für die Nachbarschaft dienen. Unterschiedlich gestaltete Plätze bieten sowohl Bewegungs- und Spielmöglichkeiten als auch ruhige Bereiche zum Verweilen. Als Freiraumelemente werden hier Tischtennisplatten, ein Tanzpavillon, eine Pergola, zahlreiche Bänke, Hocker, Bücherregale, Trinkbrunnen usw. angeboten. Das grüne Parkband verläuft zwischen dem Wohnquartier und dem gewerblich geprägten Streifen entlang der Indusriestraße. Das Band ist durch langgezogene Wiesen- und Rasenflächen mit vielen Bäumen charakterisiert. Die bestehende Bahntrasse und ein kleines Bauwerk am Ende der Gleisanlage werden als Relikt der Vergangenheit gestalterisch aufgewertet und nutzbar gemacht. Die beiden Freiraumbänder werden durch vier Nord-Süd verlaufende grüne Fugen miteinander verbunden, die vor allem der Regenwasserversickerung dienen. Die Innenhöfe werden individuell gestaltet und bieten vielfältige Möglichkeiten zum Spielen und Verweilen mit viel Schatten. Jeder Wohnhof erhält zur Regenwasserbewirtschaftung eine eigene Zisterne.

 

Regenwassermanagement

Das Konzept basiert auf der Vision eines klimaresistenten Stadtquartiers mit integrierter Wasserbewirtschaftung und urbanen Grünflächen. Durch gezielte Regenwasserretention und -Versickerungssysteme wird Niederschlag effektiv genutzt, um die städtische Überhitzung zu minimieren und die Grundwasserreserven aufzufüllen. Diese Systeme, kombiniert mit umfangreichen Verdunstungsflächen, spielen eine zentrale Rolle in der Regulierung des Mikroklimas. Die geplanten Gründächer und Fassadenbegrünung sind nicht nur visuell ansprechend, sondern bieten auch praktische Vorteile: Sie verbessern die Luftqualität, reduzieren den Energiebedarf für die Gebäudekühlung und bieten neuen Lebensraum für städtische Flora und Fauna.

Städtebau


Dreieck Späthsfelde, Berlin

 Quartiersentwicklung Bülser Alm, Gelsenkirchen

Wohnpark Ost, Nördlingen

Blankenburger Süden, Berlin

Ideenwerkstatt Münchner Norden

Modellquartier 1, Münster

Kreuzlinger Feld, Germering

Neue Stadtquartiere, Ludwigshafen

Wissenscampus PTB Braunschweig

Ostfeld, Wiesbaden

Nördlich Wimpfener Straße, Düsseldorf

Zwischen Janup und Löhrstraße, Herford

Heiterblick-Süd, Leipzig

Werthviertel Neuwied

Neue Perspektiven für Lörick, Düsseldorf

Münchner Nordosten

Quartier am Fischbergele, Göppingen

Wohnen in guter Nachbarschaft, Hofsingelding Süd

Alter Leipziger Bahnhof, Dresden

Quartiersentwicklung Weihersberg, Stein

Gartenschau 2029, Vaihingen an der Enz

Nördlich Osttor, Münster-Hiltrup

Quartiersentwicklung Reichenhalden, Empfingen

Biotechnologie-Campus, Mainz

Baugebietsentwicklung Kalverdonk, Meerbusch

Stadtquartier Nierstein, Jülich

Quartiersentwicklung Stapfel West, Balingen

Fennpfuhler Tor, Berlin

Gewerbliche Entwicklung Flughafen Essen-Mülheim

Lange Rekesweg, Göttingen

Dreilingsweg München

Nägelesee-Nord, Gundelfingen

Itterhöfe Hilden

Kardelquartier, Baienfurt

Allgäuer Tor Memmingen

Gesamtschule Nord+, Kassel

Quartier Mühlbachäcker, Tübingen

Schönefeld-Nord

Wohnquartier am Medienberg, Mainz

Rauher Kapf West, Böblingen

Steinbruch Nord, Beckum

Bahnhofspark Stuttgart-Zuffenhausen

Möhl-Areal, Köln-Dellbrück

Malerviertel III, Dormagen

Köln-Kreuzfeld: 4 Quartiere – ein Veedel

Niersenbrucher Höfe, Kamp-Lintfort

Tobias-Mayer-Quartier, Esslingen

Am Sandhaus, Berlin-Buch

Breewiese Marl

Metro-Campus Düsseldorf