Blankenburger Süden, Berlin

Städtebaulicher Wettbewerb zum Blankenburger Süden – Teilfläche Süd.

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit:
A24 LANDSCHAFT
orange edge

Wettbewerb 2025

Plangebiet: ca. 56,7 ha

Wohneinheiten: ca. 2.820

Einwohner: ca. 6.070

Verbindung

Das neue Quartier wendet sich einerseits den unmittelbar angrenzenden Wohnbauflächen im
Norden und Westen zu. Andererseits schaffen die als grünes Parkband transformierten Freiflächen
entlang des Schmöckpfuhlgrabens eine Verzahnung mit der Landschaft. Das grüne Parkband ist Transit und Aufenthaltsraum zugleich und vermittelt zwischen den Kontrasten der umgebenden Quartiere. Seine
Bepflanzung resultiert in weiten Teilen aus dem Bestand, reagiert aber auch auf die Umgebung und ist
dort dichter, wo man sich einen Puffer zwischen traditioneller Gartenstadt und zeitgemäßem gemischten
Quartier wünscht. Die Einbindung der gewerblichen Flächen im Westen erfolgt hinsichtlich ihrer
Emissionsproblematik über Mischnutzungen an den Rändern. Sie sind gestalterisch sowie über den Grad
ihrer Vernetztheit jedoch vollwertig ins Stadtquartier integriert und werden über die beiden allgemeinen
Zufahrten gleichwertig erschlossen.

 

Struktur

Die bauliche Struktur des Quartiers zeichnet sich durch ein Wechselspiel von einem eher
introvertierten Hofmotiv zu einer offenen Bebauung aus. Das Hofmotiv fördert die nachbarschaftliche
Gemeinschaft, wobei die offene Bebauung die Durchlässigkeit stärkt und Bezüge zu den landschaftlichen
Freiflächen herstellt. Die Höfe sind individuell geschnitten und reagieren in der Größe, Proportion und
Ausrichtung auf ihre Umgebung, sodass sich eine vielfältige bauliche Struktur mit attraktiven
Blickbeziehungen ergibt. Die Mischung der verschiedenen Wohn- und Eigentumsformen einschließlich
diverser Finanzierungsmodelle erfolgt innerhalb der Nachbarschaften, womit eine soziale Segregation
vermieden werden kann. Gemeinschaftsgärten unterstützen auf selbstverständliche Weise den
nachbarschaftlichen Zusammenhang. Durchgesteckte Treppenhäuser tragen mit kurzen Wegen zur
Attraktivität und niedrigschwelligen Nutzung gemeinschaftlicher Freiräume bei.

 

Urbanität

Im Zentralbereich bildet die grüne Mitte mit ihrer umlaufenden Promenade das urbane Herz
des neuen Stadtquartiers. Hier treffen nahezu alle Funktionen aufeinander: Nahversorgung im
Nordwesten, Gastronomie im Nordosten, Schule im Südosten und Fitnessangebote im Südwesten.
Darüber hinaus bilden sich in den Teilquartieren an den Knotenpunkten Nachbarschaftsplätze aus. Hier
unterstützen aktivierte Erdgeschosszonen mit kleinteiligem Gewerbe oder gemeinwohlorientierten
Einrichtungen den Anspruch und Wunsch nach Durchmischung. Das neue Stadtquartier zeichnet sich mit
dem großen Spektrum von 3 bis 10 Geschossen durch eine wohldosierte Urbanität aus, welche die
Komponenten Freiraumbezug, Gemeinschaft, typologische Vielfalt, Adressbildung und Vernetzung
miteinander verknüpft und hieraus eine unverwechselbare Identität entwickelt.

 

Freiraum

Die bauliche Gestalt des Quartiers wird durch eine robuste und anpassungsfähige Struktur
differenziert gestalteter Freiräume gegliedert, die situationsbezogen unterschiedliche Erfahrungen,
Atmosphären und Qualitäten anbieten. Im Zusammenspiel mit den grünen Übergangsräumen, den als
gleichberechtigter Begegnungsraum urban gestalteten Gassen und den grünen Innenhöfen entsteht ein
abgestuftes Freiraumsystem mit unterschiedlichem Grad an Öffentlichkeit. Selbst im dichten
Siedlungsbereich entsteht durch eine Vielzahl von Baumpflanzungen und Vegetationsflächen ein positives Verhältnis zwischen Grün und notwendig versiegelten Erschließungsflächen.

 

Grüne Identität

Prägendstes Element ist der vernetzte, zentrale Grünraum als Teil eines übergeordneten
Parkbands entlang des Schmöckfuhlgrabens. Als Parktypus schafft die grüne Mitte ein wesentliches
identitätsstiftendes Element im städtebaulichen Gefüge. Das Zusammenspiel aus urbanem
Promenadenring und parkartigem Kern schafft einen spannungsvollen Kontrast. Der an dieser zentralen
Stelle zum stimmungsvollen Feuchtbiotop mit artenreichen Uferpflanzen aufgeweitete
Schmöckpfuhlgraben wird entlang der Promenade durch grüne Terrassen baulich gefasst und bildet mit
flachen Uferböschungen einen weichen Übergang zum Park. Die nach Süden orientierten grünen
Sitzstufen ergänzen die angrenzenden Gastronomieterrassen.Der multifunktional gedachte Freiraum
übernimmt unterschiedlichste Funktionen. Neben Flächen zur individuellen Aneignung, stärkt
insbesondere das umfangreiche, generationsübergreifendes Angebot an Spiel- und Erholungsflächen die
Möglichkeit der nachbarschaftlichen Begegnung und schafft ein qualitätsvolles Grundgerüst. An den
Rändern des Parks unterstützen umfangreiche Großbaumpflanzungen die räumliche Gestalt und sorgen
für viel Schatten und mikroklimatische Verbesserungen. Zur Stärkung der Klimaresilienz dienen
übergeordnete Retentionsbereiche als Regenrückhalt. Der so wichtigen Funktion der Durchlüftung und
Kühlung des Stadtkörpers wird durch den zentralen blaugrünen Korridor im hohen Maße Rechnung
getragen.

 

Mobilität

Ausgehend von den beiden festgelegten Zufahrtsbereichen ergeben sich für den MIV zwei
Erschließungsäste im Quartier, deren Verknüpfung nur im Havariefall erfolgt. Mit der Zielsetzung eines
autoarmen Quartiers erfolgt die Organisation des ruhenden Verkehrs in gebündelter Form unweit der
beiden Hauptzufahrten. Es sind daher lediglich zwei Quartiersgaragen als Hochgarage vorgesehen, deren
Untergeschoss zum Teil deutlich über den oberirdischen Fußabdruck hinausgeht. Beide Garagen nehmen
bis auf wenige Kurzzeitstellplätze zur Belieferung und zur Pflege den gesamten ruhenden Verkehr für das
Stadtquartier auf. Neben der Tramanbindung durch die M2 setzt das Verkehrskonzept auf ein
feinmaschiges Nahmobilitätsnetz im Quartier. Flächen für Räder und Lastenräder befinden sich vor den
Gebäuden sowie über eigene Fahrradrampen erreichbar im Untergeschoss. Die Aufstellflächen der
Feuerwehr liegen konsequent auf der Außenseite der Höfe, sodass die Innenbereiche der Höfe nicht
befahren werden müssen.

 

Lärmschutztypologien

Die Wohnungen entlang der Trambahntrasse verfügen über lärmschutzoptimierte
Grundrisse. Dazu werden alle schutzbedürftigen Aufenthaltsräumen um eine zentrale verglaste, jedoch
natürlich belüftete Loggia angeordnet. Bahnseitig kann über eine Spaltbegrenzung auf 40 mm eine
erhöhte Lärmminderung erreicht werden, sodass in den schutzbedürftigen Räumen mit natürlicher
Lüftung ein Innenpegel von unter 35 dB gewährleistet werden kann. Im Innenhofbereich ist die
Lärmbelastung weniger problematisch. Doch kann über eine analoge Grundrissgestaltung je nach
punktuellem Lärmaufkommen und Art der Lärmverteilung eine individuelle Lösung angewandt werden.

 

Phasierung

Die Realisierung des neuen Stadtquartiers lässt sich in mehreren Bauabschnitten
untergliedern. Als erster Bauabschnitt wird Wohnungsbau zusammen mit der Grundschule auf den
Brachflächen im östlichen Bereich vorgeschlagen. In flexibel zu gestaltenden Schichten lassen sich
weitere Bauabschnitte auf den bisher gewerblich genutzten Flächen unter Einbeziehung von
Zwischennutzungen hinzufügen. Als letzter Bauabschnitt soll das zu erhaltene nördliche
Gewerbegrundstück baulich transformiert werden. Nach Möglichkeit sollen sowohl im südlichen, wie im
nördlichen Gewerbegebiet geeignete Bestandsgebäude erhalten und saniert werden.

Städtebau


Dreieck Späthsfelde, Berlin

 Quartiersentwicklung Bülser Alm, Gelsenkirchen

Wohnpark Ost, Nördlingen

Fernmeldezeugamt, Heusenstamm

Ideenwerkstatt Münchner Norden

Modellquartier 1, Münster

Kreuzlinger Feld, Germering

Neue Stadtquartiere, Ludwigshafen

Wissenscampus PTB Braunschweig

Ostfeld, Wiesbaden

Nördlich Wimpfener Straße, Düsseldorf

Zwischen Janup und Löhrstraße, Herford

Heiterblick-Süd, Leipzig

Werthviertel Neuwied

Neue Perspektiven für Lörick, Düsseldorf

Münchner Nordosten

Quartier am Fischbergele, Göppingen

Wohnen in guter Nachbarschaft, Hofsingelding Süd

Alter Leipziger Bahnhof, Dresden

Quartiersentwicklung Weihersberg, Stein

Gartenschau 2029, Vaihingen an der Enz

Nördlich Osttor, Münster-Hiltrup

Quartiersentwicklung Reichenhalden, Empfingen

Biotechnologie-Campus, Mainz

Baugebietsentwicklung Kalverdonk, Meerbusch

Stadtquartier Nierstein, Jülich

Quartiersentwicklung Stapfel West, Balingen

Fennpfuhler Tor, Berlin

Gewerbliche Entwicklung Flughafen Essen-Mülheim

Lange Rekesweg, Göttingen

Dreilingsweg München

Nägelesee-Nord, Gundelfingen

Itterhöfe Hilden

Kardelquartier, Baienfurt

Allgäuer Tor Memmingen

Gesamtschule Nord+, Kassel

Quartier Mühlbachäcker, Tübingen

Schönefeld-Nord

Wohnquartier am Medienberg, Mainz

Rauher Kapf West, Böblingen

Steinbruch Nord, Beckum

Bahnhofspark Stuttgart-Zuffenhausen

Möhl-Areal, Köln-Dellbrück

Malerviertel III, Dormagen

Köln-Kreuzfeld: 4 Quartiere – ein Veedel

Niersenbrucher Höfe, Kamp-Lintfort

Tobias-Mayer-Quartier, Esslingen

Am Sandhaus, Berlin-Buch

Breewiese Marl

Metro-Campus Düsseldorf