rheinflügel severin

Prinz Eugen Quartier 01, München

Das Gelände der Prinz-Eugen-Kaserne bietet mit seinem Baumbestand, seinen flankierenden Grünzügen und seiner guten Erschließung ideale Voraussetzungen für ein neues Wohnquartier. Die baulich heterogene Umgebung fordert eine verbindende Lösung heraus. In der Absicht, die unterschiedlichen Maßstäbe der Nachbarschaft durch das neue Quartier zu verbinden entsteht ein Stück Stadt, dass seine isolierte Lage im Grün zu überwinden vermag. Schließlich ist das umgebende Grün eine besondere Qualität dieses Standorts, die es zu bewahren gilt. Auch dem inneren Grün wird ein hoher Wert beigemessen. Bestehende Biotope bleiben weitestgehend erhalten und werden durch grüne Korridore mit den übergeordneten Grünzügen vernetzt.
Die zentrale Erschließung des Gebiets erfolgt von der Cosimastraße über einen lang gezogenen Anger in Richtung Osten. Der Anger ist Aufenthalts- und Durchgangsort zugleich. In direkter Anbindung zur Lohengrinstraße im Westen und mit fußläufiger Verbindung zur Oberonstraße im Osten bildet der Anger ein zentrales Identifikationsmerkmal über die Grenzen des Plangebiets hinaus. Die Verbindung von Freiraum und Erschließung gewährt diesem Ort einen jederzeit sicheren und angstfreien Aufenthalt unabhängig von Alter und Geschlecht. Im Unterschied zum Freiraum der umgebenden Grünzüge ist der Anger ein formeller, gestalteter Raum – ein öffentlicher Treffpunkt.

Die angrenzende Bebauung gibt dem Anger eine prägnante räumliche Fassung. Ohne übermäßiges Versprechen von Urbanität reihen sich unterschiedliche Zeilenbauten wie angeschnitten entlang einer gedachten Linie. Ähnlich dem visuellen Effekt eines Lattenzauns, nimmt man die räumliche Dimension des Angers je nach Standpunkt und Blickwinkel unterschiedlich stark wahr. Dennoch ist die „klare Kante“ bedeutsam im Kontrast zur Ausformung des äußeren Quartierrands. Hier schmiegt sich die Bebauung in der Tiefe gestaffelt an die umgebende Parklandschaft. Die Baufelder sind so dimensioniert, dass eine vielfältige Bebauung denkbar ist und ein vitaler Wohnungsmix aufgenommen werden kann. Sie sind flexibel, in zeitlichen Stufen, am Südrand unter Einbeziehung einer ökologischen Mustersiedlung zu entwickeln und können je unterschiedlich ausgeformt werden – architektonisch wie auch in der Gestaltung der Innenbereiche.
Der architektonische Charakter des Quartiers wird durch verschiedene Zeilentypen geprägt, die sich in der Höhe zugunsten von Einzelbaukörpern zurückstaffeln. Dies erzeugt eine breite bauliche Varianz und fördert attraktive Wohnadressen bei relativ hoher baulicher Dichte.

Entwicklung einer Konversionsfläche im nördlichen Stadtgebiet Münchens

Plangebiet 340.000 qm
BGF 194.000 qm

Landschaftsarchitektur: Verhas Architektur und Landschaft
Verkehr: Lindschulte + Kloppe

Wettbewerb 2009
Preisgruppe

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