rheinflügel severin

Europan 8 - (kon)textu(r)elle Blöcke
Standort Gersthofen
Städtebauliches Entwerfen beschreibt heute einen komplexen Anpassungsprozess des Programms an Ort und Zeit. Hier ist der Ausschnitt eines größeren Ganzen zu entwerfen, das selbst nicht mehr die Stadt, sondern ein sich stets entwickelndes polyzentrisches Netz von Siedlungsstrukturen ist. Eine wesentliche Qualität städtebaulicher Entwürfe misst sich in ihrem Verhältnis zu diesem größeren Ganzen, nicht nur als baulichen, sondern auch als gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Kontext. Die 2 polaren Positionen dieser Stellungnahme lauten entweder Autonomie und Isolation oder Kontextualität und Vernetzung. Als Extreme sind beide ebenso unbrauchbar wie uninteressant. Ideal wäre ein Implantat, formal wie infrastrukturell gleichzeitig autonom und vernetzt.

Die strenge Orthogonalität dieses Entwurfs ist pragmatischen Ursprungs, unterstützt sie doch gerade in ihrer verwinkelten Morphologie das Verkanten und Verklammern der einzelnen Stadtbausteine. Haus, Block, Quartier und Stadt werden mehrfach lesbar – als individuelle Einheit, wie als Teil eines überindividuellen Systems. Letzteres bedeutet hier keinen neuen Strukturalismus, sondern schlichtweg ein Naturverständnis, das den Menschen aufgrund seiner im Städtebau evident zutage tretenden Begrenztheit mit einschließt.

Entsprechend diesem Verständnis von Stadt als Landschaft und der Situation vor Ort, keinen Ausgangspunkt für eine konsequente Grünraumvernetzung vorzufinden, sind alle Grünräume gleichwertig zu den Baufeldern in das urbane Gewebe eingeflochten. Im Maßstab von verschiedenen Pocket-Parks dienen sie in erster Linie  den Unmobilsten der Gesellschaft: Kindern und Senioren.

Für alle mobilen Bewohner des Quartiers stellen die Lechauen mit zahlreich anliegenden Sportangeboten den wichtigsten Erholungsraum dar, der über eine auszubauende Fuß- und Radwegeverbindung „Friedhofsstraße – Eschenweg“ attraktiv zu erschließen wäre. Neben den Pocket-Parks, der guten Anbindung an die Lechauen, sind es aber vor allem die durchgrünten privaten Innenhöfe und Dachgärten, die dem Leben im Quartier nördlich der Thyssenstraße ihren spezifischen Mehrwert verleihen.
Entwurf eines Wohnquartiers als nördliche Stadterweiterung

Plangebiet 178.500 qm
bebaute Grundfläche 51.512,95 qm
Geschossfläche 116.776,98qm
Verkehrsfläche 50.808,67 qm
Grünfläche 11.102,95 qm
GRZ 0,45 GFZ 0,99

Wettbewerb 2005/06
Lobende Erwähnung
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