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Museum für zeitgenössische Kunst, Ottobeuren

In der Architektur des Museums für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth – verschmilzt die bestehende Stapelhalle mit ihrer baulichen Ergänzung. Der Charakter des Bestandsgebäudes bleibt erhalten, mehr noch interpretiert der Anbau die Architektur der Stapelhalle und setzt sie in ihrer geschichteten Struktur fort. Dies ermöglicht eine einheitliche Gestalt des Museums – ein neues Ganzes entsteht.
Neben der Stapelhalle orientiert sich die Ergänzung am weiteren baulichen Kontext. So ist die Eingangsfassade auf den vorgelagerten Skulpturenhof, wie auf die Türme der Klosterkirche ausgerichtet. Der Skulpturenhof versteht sich als introvertierter Außenraum in ortsgerechter Dimension. Er wird durch das Museum, das Hotel und das Haus des Gastes räumlich stark gefasst. Die Skulpturen im Hof stellen eine eindeutige Widmung zugunsten des Museums her. Der Hof wird zum Bindeglied, zum Ort der Durchdringung zwischen Stadt und Museum.
Der Eingang ins Museum wird vom Hof aus über eine Kerbe markiert. Erst im Gebäude erkennt man die Orientierung der Kerbe an der Blickrichtung zur Basilika. Im ersten und zweiten Geschoss gibt jeweils eine verglaste Loggia als Ruhepunkt im Ausstellungsparcour den Blick auf die barocken Türme frei.
Komplementär zu den beiden Loggien sind die Ausstellungsräume nach außen geschlossen. Hierdurch lassen sich maximale Hängeflächen und eine konzentriert- kontemplative Stimmung erzielen.
Eine Ausnahme bildet die zweigeschossige Skulpturenhalle im Erdgeschoss, die zwischen dem Hof und den weiteren Ausstellungsräumen vermittelt. Sie ist räumlich mit dem eingeschossigen Foyerbereich verknüpft, sodass ein großzügiges Entree entsteht. Von dort aus eröffnen sich zahlreiche interne Blickbeziehungen, die dem eintretenden Besucher Orientierung vermitteln.

Museum für zeitgenössische Kunst, Ottobeuren

Umbau und Erweiterung einer ehemaligen Lagerhalle zu einem Museum für zeitgenössische Kunst

Ausstellungsfläche 1.238 qm
BGF 2.294 qm
BRI 12.498 cbm

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit Volker Kleinekort und Monika Güldenberg

Wettbewerb 2009
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