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Erweiterung Clemens-Sels-Museum Neuss

Die Erweiterung des Clemens-Sels-Museums gliedert sich in drei unterschiedliche Baukörper: Ein raumbildender Solitär ergänzt das Obertor und den Deilmann-Bau additiv zu einer Reihe. Eine geneigte Ebene, nur durch Einschnitte und Aufbauten als Gebäude erkennbar, ist eigenständiger Bestandteil der städtischen Parkanlage. Ein kurzer Riegel leitet sich in Proportion und Position aus dem urbanen Kontext der südlichen Altstadt ab. Zusammen bilden sie ein Ensemble. Die Mehrteiligkeit eröffnet die Chance, das Museum mit seiner Umgebung zu verschmelzen, ohne die solitäre Autonomie aufzugeben. Die Baukörper entsprechen den drei geforderten Bauabschnitten, die gleichzeitig Funktionsabschnitte darstellen:

Halle – der submediale Raum
Plötzlich diese Übersicht! Großzügig und liegt sie neben dem Deilmann-Bau. Vorne offen - nimmt sie das Foyer, ein Café und den Vortragssaal auf. Hinten geschlossen – liegt der Wechselausstellungssaal. Der Typus der Halle bietet hierfür die größtmögliche Flexibilität.

Spezifisches Objekt – der Archivraum
Erschlossen über einen Korridor liegt die Sammlung eingebettet in der Topografie der Parklandschaft. Der Rundgang ist frei wählbar. Orientierung bieten die Lichthöfe und die leicht geneigte Decke. Das Dach ist der Topografie folgend nach Osten geneigt und steht im Mittel ca. 50 cm über dem Gelände. Die extensive Dachbegrünung ist über eine darüber liegende Gitterrostschicht begehbar – Wege entstehen nach Benutzung.

Urbaner Kitt – der profane Bau
Den größten Bereich des 3. Bauabschnittes bilden die Depots und die Werkstätten. Sie befinden sich quasi unsichtbar im Untergrund. Kitt meint hier das Ausfüllen des Grundstücks bis zum Maximum. Die Museumspädagogik und die Verwaltung sind zu einem kurzen Riegel zusammengefasst, der sich typologisch am profanen Umfeld der südlichen Altstadt orientiert. Im positiven Sinne beschreibt der Begriff Kitt hier gebaute Konventionalität, ohne die Urbanität nicht denkbar ist.
Erweiterung des Museums um ca. 3.300 qm Nutzfläche

Ein Projekt in Arbeitsgemeinschaft mit Jo Meyer und Celine Schäfer

Wettbewerb 2003
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